| Fest steht, dass seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts
für das genannte Orchester immer mehr Blasinstrumente angeschafft
worden sind. Stand die Kirchenmusik auch ohne Zweifel im Vordergrund,
so gab es bestimmt bereits auch weltliche Anlässe zum Musizieren.
Im umfangreichen Notenarchiv der Kapelle sind noch Partituren aus dem
Jahre 1846 erhalten.
Die Bürgerkapelle wurde um 1880 von Lehrer
Christian Riedl reorganisiert. Das älteste Lichtbild aus dem Jahre 1885 zeigt
sie bereits fast 50 Mann stark. Beim Cäciliakonzert 1895 konnte
den Traminern bereits ein beachtliches Repertoire dargeboten werden,
wie ein Konzertprogramm vom 17. November desselben Jahres belegt.
Eine erste Tracht in der Art einer einfachen
Schützenuniform gab es noch vor 1900, eine neue, die farbenprächtige „Nationaltracht“,
erhielt die Kapelle im Jahre 1913. Diese Tracht, die auf Tiroler
Kleidung um 1800 zurückgeht, wird nur zu besonderen Anlässen
getragen. Normalerweise tritt die Bürgerkapelle Tramin heute
in der j üngeren und einfacheren „Unterlandler Tracht“ auf.
Das herausragendste Ereignis unserer Vorgänger war zweifelsohne
die Teilnahme an den Feierlichkeiten zum 60. Regierungsjubiläum
Kaiser Franz Josephs in Wien 1908. Seither war der Verein viel unterwegs.
Ausgedehnte Konzertreisen führten ihn nach Deutschland, Österreich,
Belgien, Tschechien und Ungarn sowie auf die Inseln Sizilien, Elba
und Ischia. 1992 musizierte die Bürgerkapelle bei einer Audienz
von Papst Johannes Paul II in Rom. Zu den Meilensteinen der Vereinsgeschichte
zählen die allesamt erfolgreich absolvierten internationalen
Musikwettbewerbe in Tettnang (D), Mindelheim (D), Brünn (CZ)
und Rebstein (CH).
Zahlreiche Rundfunkaufnahmen (RAI, ZDF, ORF,
SWR, Radio Tirol) und Fernsehauftritte („Mei liabste Weis“ ORF, „Lustige
Musikanten“ ZDF „Grand Prix der Volksmusik“) zeugen
weiters von der vielfältigen Vereinstätigkeit.
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