Konzert zum Bauernsonntag ein Ohrenschmaus – gefällig und auf sehr hohem Niveau

Konzert der Extraklasse

Das Programm des Konzertes zum Bauernsonntag der Bürgerkapelle Tramin machte neugierig und versprach einen spannenden, abwechslungsreichen Blasmusikabend. Dies in Kombination mit sehr guten Leistungen der Musikantinnen und Musikanten, sowie den Einlagen der Solisten führte zum großen Erfolg des diesjährigen Bauernsonntagskonzertes, welches am Sonntag, 31. Jänner um 18 Uhr in der Raiffeisen-Sporthalle von Tramin stattfand. Dazu begrüßte Moderator Hermann Toll eine Reihe von Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und der Welt der Musik.

Konzert zum BauernsonntagSpätestens nach dem ersten Takt des Konzertes war den Zuhörern, welche sehr zahlreich in die Raiffeisen-Sporthalle gekommen waren, klar, dass sie sich auf ein Konzert der Extraklasse freuen konnten. Die Bürgerkapelle Tramin unter der Leitung ihres Kapellmeisters Norbert Rabanser zündete gleich mit dem Marsch „Ohne Grenzen“ von J. Pravecek ein erstes Feuerwerk und bewies einmal mehr, wie knackig sie Märsche und Polkas interpretieren kann. Die Energie, die von diesem imposanten, sehr anspruchsvollem Marsch ausging, konnte besonders bei Kapellmeister Norbert Rabanser festgestellt werden, dessen Körpersprache sicherlich, viel zu dieser Energie beigetragen hat und nicht nur auf die Musikantinnen und Musikanten, sondern auch auf das Publikum übergriff. Das Feuerwerk ging mit einem Klassiker – dem Soundtrack zum Film „Die glorreichen Sieben“ von Elmer Bernstein weiter. Dieses Stück wurde von den Musikantinnen und Musikanten der Kapelle hervorragend nachgeahmt – abwechslungsreich, ausdrucksvoll – einfach originell. Der Zuhörer sah den Westernfilm förmlich vor dem Auge ablaufen.

Im Anschluss daran vollzog die Kapelle einen kompletten Stilwechsel mit der Klezmer-Rhapsodie „Shirim“ von Piet Swerts. Nach einer mysteriösen Einleitung folgte eine melancholisch, orientalisch anmutende Melodie, welche in ein traditionelles, fröhliches Volkslied überging und mit lebhaften Melodien in einem schallenden Schluss endete. Die Begeisterungsausrufe aus dem Publikum, die auch nach diesem dritten Werk zu hören waren, waren zutreffend, da die Kapelle einmal mehr ihre Harmonie und Einigkeit bewies.

Die Polka „Am Puls der Zeit“ von Guido Henn ließ den Puls der Musiker und des Publikums wieder sinken und bescherte so manchem Zuhörer eine dicke Gänsehaut. Auch hier brillierte die Kapelle mit ihrer Genauigkeit und sorgte dafür, dass diese Polka zum Erlebnis und zum Ohrwurm wurde.

Welches Musikstück für die Kapelle heuer das anspruchsvollste war, ist schwer zu sagen, da jedes Musikstück auf die ein oder andere Art und Weise den Musikantinnen und Musikanten alles abverlangte. Doch die Melodien aus der bekannten Oper „Carmen“ von Georges Bizet, welche von Rolf Schneebiegl in einer unbekannten, unveröffentlichten, handgeschriebenen Auflage zusammengetragen wurden – zu welcher die Kapelle per Zufall gekommen ist – bildeten mit Sicherheit einen der musikalischen Höhepunkte dieses Abends, ohne alle anderen Musikstücke schmälern zu wollen. Auch hier glänzte die Kapelle mit ihrer Spielfreude und einem exakten Rhythmus. Die anschließende Pause hatten sich die Musikanten redlich verdient.

Mit einer Komposition des Kapellmeisters – dem „Marsch des Jupiters“ – wurde der 2. Teil eröffnet. Dieser Marsch aus dem Spielgut der „Innsbrucker Böhmischen“ forderte jedes einzelne Register und bewies einmal mehr die technische Raffinesse aller Musikantinnen und Musikanten. Im von Manfred Schneider arrangierten Werk „TV-Kultabend“ versteckten sich neun bekannte Melodien aus dem deutschen Fernsehen. Die stimmig und harmonisch vorgetragenen Titelmelodien der deutschen Filmklassiker, sowie die einwandfreien, zahlreichen Rhythmuswechsel, sind ein ausgezeichnetes Zeugnis der Harmonie zwischen Musikanten und Kapellmeister. Überhaupt kann man der Kapelle zu einem Kapellmeister wie Norbert Rabanser nur gratulieren. Rabanser, der sichtlich mit der Kapelle mitfiebert und jeden Einsatz präzise anzeigt, führt die Kapelle auf ein immer höheres Niveau. Denn das was die Kapelle beim heurigen Konzert zum Bauernsonntag bot, war Musik der Extraklasse.

Konzert zum BauernsonntagKonzert zum BauernsonntagDoch wieder zurück zur Musik. Im Anschluss an die Filmklassiker folgte eine Solistenparade. Den Anfang machte der Baritonspieler Alex Dissertori, welcher seine „Gedanken an Dich“ von Ernst Hutter, so gefühlvoll und klanglich perfekt interpretierte, dass er beim Publikum eine Gänsehautstimmung verursachte. Überhaupt war in diesem Stück, sowie in der folgenden „Romanze“ von L. v. Beethoven – vorgetragen von der Klarinettistin Uta Praxmarer – das Miteinander von Solist und Kapelle sehr harmonisch. Die Musiklehrerin Uta Praxmarer – deren Atemluft wie sie selbst sagt, die Musik ist – trug die Romanze ruhig und gekonnt vor. Im anschließenden „Klarinettenmuckl“ von Franz Eller, welcher vom gesamten Klarinettenregister vorgetragen wurde, zeigten die Solisten, welche Spieltechniken und klanglichen Raffinessen auf diesem Instrument möglich sind. Mit einem Wort – Super!

Konzert zum Bauernsonntag

Konzert zum BauernsonntagDen Abschluss der Solistenparade machte Kapellmeister Norbert Rabanser selbst mit dem „Lieblingstrommler“-Marsch, gespielt auf der kleinen Trommel. Dabei bewies er, dass er nicht umsonst zu den Besten Schlagzeugern im In- und Ausland zählt. Ein Wahnsinn, was man(n) aus diesem kleinen Instrument technisch, musikalisch und klanglich alles herauskitzeln kann.

Mit dem Popsong „Wake me up, before you go go“ von George Michael, zeigte der knapp 60-köpfige Klangkörper, dass ihm auch moderne Melodien liegen. Überhaupt kann die Kapelle alles spielen, egal welches Musikstück des breitgefächerten Programmes dieses Konzertes man sich aussucht. Es wurde ein jedes auf den Punkt genau, harmonisch und mit dem richtigen Ausdruck vorgetragen. Der erste und der letzte Ton dieses Konzertes wurden mit derselben Präzision, derselben Intensität gespielt, dass es schwer fällt zu glauben, dass dazwischen rund zwei Stunden Musik auf höchstem und anspruchsvollstem Niveau, gespielt wurden. Denn auch die Zugaben – bei welchen sich die Musikantinnen und Musikanten mit Spielfreude und Spiellaune beim Publikum für dessen spürbares Wohlwollen bedankten – waren richtige Knaller, die das Publikum förmlich vom Stuhl rissen.

Es bleibt zu hoffen, dass dieser harmonische, sehr stimmige Klangkörper in der heutigen Besetzung und mit Norbert Rabanser als Kapellmeister noch länger bestehen bleibt und uns allen noch viele schöne, unvergessliche Momente wie heuer bescheren wird.

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Konzert zum Bauernsonntag